Konnektorengebrauch online – eine Fallstudie

Für die Beurteilung von Schreibkompetenz und letztlich der Qualität von Texten wird immer auch der Einsatz von Konnektoren berücksichtigt (z.B. Nussbaumer 1991). Laut dem grammatischen Informationssystem des Leibnitz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS) sind Konnektoren „Wortschatzeinheiten, die auf der obersten Ebene grammatischer Kombinatorik, der Syntax, Sätze miteinander verknüpfen können und dabei spezifische semantische Relationen wie kausal, adversativ, restriktiv etc. ausdrücken“. Die Verwendung dieser Bindewörter soll die Rezeption eines Textes dahingehend erleichtern, den Textzusammenhang zu erkennen. Sie werden intentional eingesetzt und können daher Rückschlüsse auf die so genannte „Kohärenzplanung“ im Textproduktionsprozess liefern (vgl. Becker-Mrotzek et al. 2014).

Zu den Konnektoren gehören alle Konjunktoren (wie undaber, odersondern), Subjunktoren (wie weildassfallssobald), Konnektivpartikeln (wie trotzdemdemgegenüber, währenddessen), bestimmte Präpositionaladverbien (wie dabei, damit) sowie einige Abtönungs-und Fokuspartikeln (wie nurdoch).

Was wollten wir herausfinden?

Im Teilprojekt von Eurac Research wollten wir generell der Frage nachgehen, ob Konnektoren in dialogischen Online-Texten anders verwendet werden als in traditionellen monologischen Texten. Dialogische Online-Texte unterscheiden sich von monologischen Texten vor allem dadurch, dass sie spontan im jeweiligen Kommunikationszusammenhang produziert und rezipiert werden. Sie sind auch normalerweise kürzer. Solche Texte werden also nicht geschrieben, um unabhängig von der jeweiligen Situation verstanden zu werden, wie das bei monologischen Texten der Fall ist, sondern als Teil eines fortlaufenden kommunikativen Austausches, der quasi simultan oder leicht zeitverzögert stattfindet. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in der Verwendung von Sprache wider, die eher durch eine textorientierte Schreibhaltung in monologischen und eine interaktionsorientierte Schreibhaltung in dialogischen Texten gekennzeichnet ist (vgl. Storrer 2019). Aufgrund des unterschiedlichen Schreibanlasses und der damit verbundenen Schreibhaltung könnte auch der Gebrauch von Konnektoren in Online-Texten im Gegensatz zu monologischen Texten variieren. Um genau diesen Aspekt zu untersuchen, haben wir eine Korpusvergleichsstudie durchgeführt, in der wir das Vorkommen und den Gebrauch von Kausal- und metakommunikativen Konnektoren in unterschiedlichen monologischen und dialogischen Text- bzw. Kommunikationsformen analysiert haben.

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Auch WissenschaftlerInnen müssen lernen, Online-Texte zu schreiben

Wissenschaftler schreiben online.

Es geht um die gekonnte Selbstinszenierung, ums Vermarkten der eigenen Person und der eigenen Arbeit. Es geht um das Verbreiten von Neuigkeiten aus der Welt der Wissenschaft und um die Bildung einer Öffentlichkeit für die sonst so abstrakten wissenschaftlichen Themen. Letztlich geht es um die Teilhabe am öffentlichen Austausch. Und natürlich geht es auch um Unterhaltung.

Die Rede ist von der Nutzung Sozialer Medien im Wissenschaftsbetrieb. Ja, auch im Wissenschaftsbetrieb sind digitale Medien angekommen. Doch so einfach ist die Nutzung von Facebook, Twitter etc. gar nicht. Es ist insbesondere dann nicht einfach, wenn man wie ich selbst eher skeptisch gegenüber Sozialen Medien eingestellt ist und diese nur sporadisch nutzt. Dies durfte ich nun im Rahmen einer 2-tägigen Fortbildung von Martin W. Angler zu „Social Media for Scientists“ lernen. Weiterlesen Auch WissenschaftlerInnen müssen lernen, Online-Texte zu schreiben