Kultur ist … – Ein Gastbeitrag von Heidrun Gerzymisch

„Kultur ist …“

nicht nur ein polyglotter Sender, der Gedanken an Kunst, Theater oder Museum weckt und aus unserem Alltag, aus Wissenschaft und Gesellschaft (Stichwort ‚Leitkultur‘) nicht mehr wegzudenken ist. Kann es für diesen Bedeutungsreichtum nur EINE Definition geben? Die über 200 Kulturdefinitionen bei Hansen (1995) suggerieren dies jedenfalls nicht. Wie kommen wir aber an einen so facettenreichen Begriff heran? Wir beginnen mit dem Zweck, der unser Interesse motiviert, und schlagen drei mögliche Zugänge vor. Kultur ist … – Ein Gastbeitrag von Heidrun Gerzymisch weiterlesen

Lexikografie in Südafrika

„Die ganze Welt in einem Land“ – das ist das Werbemotto von Südafrika. Tatsächlich ist das Land nicht nur landschaftlich sehr vielfältig, sondern auch sprachlich. Mit dem Ende der Apartheid wurden elf Sprachen offiziell als Nationalsprachen anerkannt. Zur besseren Förderung der neuen Nationalsprachen wurde auch der Lexikografie eine wichtige Rolle bei der Verständigung und Entwicklung der afrikanischen Sprachen zu Bildungssprachen zugesprochen. So sind neben den großen Wörterbüchern mit langjähriger Tradition eine Vielzahl neuer Wörterbücher und Wörterbuchtypen entstanden, die ich während meines DFG-geförderten Forschungsaufenthalts in Stellenbosch kennenlernen konnte.

Sepedi, Sesotho, Setswana, siSwati, Tshivenḓa, Xitsonga, Afrikaans, English, isiNdebele, isiXhosaand isiZulu– so heißen die offiziellen Nationalsprachen Südafrikas. Das ist eine große Errungenschaft, denn die indigenen Sprachen Südafrikas wurden während der Apartheid systematisch unterdrückt. Zur besseren Förderung der neuen Nationalsprachen wurde schon 1995 das „Pan South African Language Board“ (PanSALB) gegründet. Dieses soll einen pluralistischen Ansatz für die Sprachenförderung verfolgen. So heißt es in der südafrikanischen Verfassung:

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Von Bauherrinnen und Kundinnen: Carolin Müller-Spitzer über geschlechtergerechte Sprache

Unsere Mitarbeiterin Carolin Müller-Spitzer hat im Verfassungsblog einen Blogpost über geschlechtergerechte Sprache und das Kundenurteil des Bundesgerichtshofs veröffentlicht.

Das generische Maskulinum

Das generische Maskulinum beeinflusst die mentale Repräsentation, weil Sprache eine soziale Praxis ist, schreibt Müller-Spitzer im Verfassungsblog. Viel relevanter als die Herkunft eines sprachlichen Konstrukts ist deshalb die Frage, welche Auswirkungen dieses Konstrukt auf unser sprachliches Handeln und damit auch auf unser Denken hat. Von Bauherrinnen und Kundinnen: Carolin Müller-Spitzer über geschlechtergerechte Sprache weiterlesen

MIT.Blog: Identität im Netz – alles ein Fake?

„Halb ist sie echt und halb ein Fake“, würde Rami Essaid wohl auf die in der Überschrift gestellte Frage für die Sozialen Medien antworten. Der Gründer von Distil Networks, einer Cybersecurity-Firma, die sich auf das Aufspüren und Unschädlichmachen von Bots spezialisiert hat, sagte der New York Times: “Social media is a virtual world that is filled with half bots, half real people.“ Aber Bots oder social bots, also automatisierte Programme, die Beiträge posten und liken und sogar interaktiv kommunizieren können, als wären sie Personen, sind nur ein Teil des Problems. 62 Millionen der etwa 2,1 Milliarden Konten bei Facebook sollen falsch klassifiziert oder unerwünscht sein, Fake- Accounts also, – und wir kommunizieren mit ihnen. MIT.Blog: Identität im Netz – alles ein Fake? weiterlesen

MIT.Blog: Sprachwandel vs. Sprachverfall

Jugendsprache als Graffiti

Sprachverfall

Es scheint verhältnismäßig viele Menschen zu geben, die den Verfall der deutschen Sprache durch die Sozialen Medien beklagen, im Internet, im Radio und in der Zeitung. Vielleicht ist das so, weil Sprache ja jede*r kann – und sie auch irgendwie keine*r so ganz beherrscht. Das könnte in dem Fall das Gleiche sein – oder dasselbe? Richtig schreiben können wollen wir alle, und zwar so ein schönes, ordentliches Deutsch. MIT.Blog: Sprachwandel vs. Sprachverfall weiterlesen