Sprachverfall im Internet und was wir aus der empirischen Forschung lernen können

Survivorship bias

Twitter und SMS gefährden nach Meinung des Rechtschreibrats-Vorsitzenden Hans Zehetmair das deutsche Sprachgut. ‚Die deutsche Sprache wird immer weniger gepflegt‘ […]. Das Deutsche verarme in den neuen Medien zu einer ‚Recycling-Sprache‘, werde immer mehr verkürzt und vereinfacht und ohne Kreativität wiedergekäut. Der Sprachverfall betreffe vor allem die junge Generation. Das Vokabular der Jugendlichen sei bei SMS und Twitter generell sehr simpel, die Rechtschreibung fehlerhaft. ‚Alles ist super, top, geil, aber nicht mehr authentisch‘, kritisierte Zehetmair“ (Hannoversche Allgemeine Online, 21.12.2012). Zehetmair ist mit einer solchen Einschätzung nicht alleine: So waren 2008 zwei Drittel der Deutschen der Meinung, mit ihrer Sprache gehe es rasant bergab. Als Gründe wurden Leseabstinenz, Anglisierung, Internet-Kommunikation und Jugend-Slangs benannt. 2010 meinten außerdem 84 Prozent, es müsse mehr für den Erhalt der deutschen Sprache getan werden („Die deutsche Sprache“ in „Die Zeit“ vom 7. April 2016).

Solcherlei Diskussionsbeiträge über den Zustand der deutschen Sprache sind keine Seltenheit. Sie betreffen außerdem eine Kernfrage unseres Projekts MIT.Qualität: Tragen soziale Medien dazu bei, dass die Fähigkeit, sich gewählt auszudrücken, verkümmert und damit langfristig auch der Reichtum der deutschen Sprache insgesamt abnimmt? Sprachverfall im Internet und was wir aus der empirischen Forschung lernen können weiterlesen

MIT.Blog: Sprachwandel vs. Sprachverfall

Jugendsprache als Graffiti

Sprachverfall

Es scheint verhältnismäßig viele Menschen zu geben, die den Verfall der deutschen Sprache durch die Sozialen Medien beklagen, im Internet, im Radio und in der Zeitung. Vielleicht ist das so, weil Sprache ja jede*r kann – und sie auch irgendwie keine*r so ganz beherrscht. Das könnte in dem Fall das Gleiche sein – oder dasselbe? Richtig schreiben können wollen wir alle, und zwar so ein schönes, ordentliches Deutsch. MIT.Blog: Sprachwandel vs. Sprachverfall weiterlesen